Altersvorsorgereform unter Druck: Dr. Guido Bader fordert Klarheit, Einfachheit und lebenslange Sicherheit
Dr. Guido Bader im #fredwagner-Interview über das neue Altersvorsorgedepot, die Zukunft der Lebensversicherung sowie die Rolle von Technologie und KI in der Assekuranz.
Die Reform der privaten Altersvorsorge ist beschlossen, doch ob sie ihrem Anspruch gerecht wird, bleibt umstritten. In der aktuellen Ausgabe der Interviewserie #fredwagner ordnet Dr. Guido Bader, Vorstandsvorsitzender der Stuttgarter Versicherungsgruppe und stellvertretender Vorsitzender der Süddeutschen Krankenversicherung, die politischen Weichenstellungen ein und warnt vor sozialpolitischen Risiken. Im Gespräch mit Prof. Dr. Fred Wagner macht er deutlich, warum Einfachheit, Beratung und die lebenslange Rente zentrale Erfolgsfaktoren bleiben und weshalb Versicherer trotz Altersvorsorgedepot und Staatsfonds keineswegs ausgedient haben. Sponsor der Interviewreihe #fredwagner ist die BROCKHAUS AG.
Altersvorsorgedepot – Fortschritt mit Schattenseiten
„Grundsätzlich begrüße ich die Reform, weil endlich die notwendige Diskussion um das Thema Altersvorsorge in Deutschland wieder auf den Tisch kommt “, sagt Bader gleich zu Beginn. Gleichzeitig macht er klar, dass der Verzicht auf die verpflichtende lebenslange Rente aus seiner Sicht ein schwerer Fehler ist. Die staatlich geförderte Absicherung nur bis zum 85. Lebensjahr hält er für sozialpolitisch fahrlässig, denn mehr als 50 Prozent der Menschen überschreiten diese Altersgrenze. Damit, so Bader, riskiere der Staat, dass Menschen im hohen Alter wieder auf Grundsicherung angewiesen seien.
Wettbewerb, Kosten und Beratung – warum Versicherer weiter gebraucht werden
Mit Blick auf ETF-Sparpläne, Neobroker und das neue Standardprodukt zeigt sich der Vorstandsvorsitzende der Stuttgarter selbstbewusst. Den Kostenvergleich allein hält er für zu kurz gedacht.
„Mindestens 90 Prozent der Menschen da draußen haben einen echten Beratungsbedarf“, betont Bader.
Versicherer könnten weiterhin punkten – mit Flexibilität, Produktvielfalt und der Wahlfreiheit zwischen Auszahlplan und lebenslanger Rente zum Rentenbeginn. Besonders deutlich wird er beim staatlichen Standardprodukt: „Das wird sich nicht durchsetzen.“ Aus seiner Sicht sei der Mehrwert professioneller Beratung und individueller Gestaltung größer als ein paar Basispunkte Kostenersparnis.
Sponsorenfrage BROCKHAUS AG: Technologie und KI – Enabler statt Ersatz
In der Sponsorenfrage richtet Matthias Besenfelder, Vorstand der BROCKHAUS AG, den Blick auf Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Bader differenziert in seiner Antwort klar zwischen Automatisierung sowie echter KI und beschreibt konkrete Einsatzfelder:
„Erste Ansätze gibt es in Form von Schrifterkennung, Spracherkennung und automatischer Protokollierung.“
KI werde Prozesse effizienter machen, etwa bei Migrationen oder im Kundenservice. Einen vollständigen Ersatz des Menschen sieht er jedoch nicht:
„Man darf die KI nicht als Replacement sehen, sondern als Enabler, als Mittel zum Zweck.“
Aufzeichnung verfügbar
Das vollständige Gespräch mit Dr. Guido Bader in der Interviewreihe #fredwagner ist ab sofort online verfügbar: Zur Aufzeichnung YouTube