Kostenführerschaft statt Provisionen: Wie die HUK24 sich bewusst von Vergleichsportalen abgrenzt
Dr. Christoph Samwer im #fredwagner-Interview über Wettbewerb, Plattformmacht und KI.
Vergleichsportale gelten vielen Versicherern als unverzichtbarer Vertriebskanal. Die HUK24 geht seit Jahren bewusst einen anderen Weg. Im Interview mit Prof. Dr. Fred Wagner erläutert Dr. Christoph Samwer, Vorstand für Marketing und Vertrieb der HUK24 AG, warum der Direktversicherer Plattformen meidet, wie sich Kostenführerschaft im Markt durchsetzen lässt – und welche Rolle Künstliche Intelligenz künftig im Wettbewerb spielen wird. Sponsor der Interviewreihe #fredwagner ist die BROCKHAUS AG.
Plattformen als Wettbewerber – nicht als Vertriebspartner
Während viele Direktversicherer stark von Vergleichsportalen abhängig sind, positioniert sich die HUK24 bewusst außerhalb dieser Logik. Samwer ordnet Check24 und Verivox klar als Wettbewerber ein:
„Unsere Hauptkonkurrenten sind heute die Preisportale – nicht andere Direktversicherer.“
Im Performance-Marketing konkurriert die HUK24 um Sichtbarkeit direkt mit den Plattformen. Eine Präsenz auf Vergleichsportalen schließt das Unternehmen bewusst aus.
Kostenführerschaft durch Verzicht auf Provisionen
Kern der Strategie ist eine kompromisslose Kostenlogik. Die HUK24 verzichtet vollständig auf Provisionen – auch an Plattformen – und gibt diese Einsparungen direkt an die Kunden weiter.
„Wir zahlen keine Provisionen. Das ist ein wesentlicher Treiber unserer extrem guten Kostenposition“, so Samwer.
Das Ergebnis: Eine dauerhaft starke Preisposition, insbesondere im Kfz-Geschäft. Laut Samwer findet „jeder zweite Kunde bei der HUK24 den günstigsten Preis“. Die Voraussetzung dafür ist eine vollständig digitalisierte Self-Service-Strecke ohne persönlichen Vertrieb.
Sponsorenfrage BROCKHAUS AG: KI verschiebt Wettbewerb, Vertrieb und Portallogik
In der Sponsorenfrage der BROCKHAUS AG wird deutlich, dass die HUK24 Künstliche Intelligenz nicht als reines Effizienzwerkzeug versteht, sondern als Faktor, der bestehende Marktmechaniken infrage stellt. Samwer beschreibt KI entlang dreier versicherungsspezifischer Dimensionen: Kosten, Wirksamkeit im Vertrieb – und veränderte Kundenschnittstellen.
„KI hilft uns, Kosten zu senken, etwa durch Anliegenvermeidung im Chatbot, und gleichzeitig die Ansprache deutlich zu personalisieren.“
Besonders relevant für den Wettbewerb ist aus Sicht der HUK24 jedoch der Einfluss von Sprachmodellen auf den Versicherungsvertrieb. Samwer verweist darauf, dass Versicherungsentscheidungen zunehmend außerhalb klassischer Vergleichsprozesse vorbereitet werden – mit direkten Auswirkungen auf Portale und Performance-Marketing.
„Sprachmodelle agieren sehr rational. Sie versuchen, das beste Produkt für den Kunden zu finden – und da werden wir bereits heute häufig als Empfehlung genannt.“
Für die HUK24, die vollständig auf Self-Service, klare Produktlogik und Preisführerschaft setzt, sei diese Entwicklung strategisch günstig. Gleichzeitig stellt sie die langfristige Rolle von Vergleichsportalen infrage, die bisher als Aggregatoren den Markt geprägt haben.
Unterschiede sieht Samwer auch innerhalb des Konzerns: Während die HUK24 vollständig digital agiert, werden bei der HUK klassische Service- und Vertriebsstrukturen perspektivisch stärker durch KI-gestützte Voicebots ergänzt.
„Das wird insbesondere im telefonischen Service spannend.“
Aufzeichnung verfügbar
Das vollständige Gespräch mit Dr. Christoph Samwer in der Interviewreihe #fredwagner ist ab sofort online verfügbar: Zur Aufzeichnung YouTube