KI-Framework für Makler-Kernsystem
Versicherungsmakler
Vom Einzelprompt zum System mit Agentic Coding & Human in the Loop
Im Rahmen der Neuentwicklung eines zentralen Maklerverwaltungsprogramms entwickelten wir gemeinsam mit einem etablierten Versicherungsmakler den Einsatz von KI in der Softwareentwicklung systematisch weiter. Ziel war es, die Modernisierung eines geschäftskritischen Kernsystems verlässlich, nachvollziehbar und qualitativ abgesichert umzusetzen – auch bei wachsender Komplexität. Der dafür aufgebaute Agentic Development Ansatz schuf einen kontrollierten Rahmen, in dem KI teamweit produktiv eingesetzt werden konnte, ohne Architektur , Fach und Qualitätsrisiken zu erhöhen.
Leistungen
Kundenbenefits
- Strukturierte KI‑Methodik durch Agentic Development und klare Prozesse
- Qualitätssicherung durch Human‑in‑the‑Loop an definierten Kontrollpunkten
- Kontextbasierte Ergebnisse durch Einbindung von Umsystemen via MCP‑Server
- Effiziente Zusammenarbeit durch gemeinsame Arbeitsgrundlage und weniger Abstimmungen
Ausgangssituation
Der Kunde ist ein etabliertes, inhabergeführtes Maklerunternehmen mit gewachsener Marktstellung und hoher Bedeutung im Versicherungsvertrieb. Eine große Zahl angebundener Marktpartner, komplexe fachliche Prozesse und langfristige Kundenbeziehungen machen die IT Systeme zum zentralen Rückgrat des operativen Geschäfts. Das bestehende Maklerverwaltungsprogramm, seit Jahren produktiv im Einsatz, sollte grundlegend modernisiert werden, um dauerhaft wartbar, erweiterbar und qualitativ abgesichert zu bleiben.
Parallel wurde KI in der Entwicklung bereits punktuell genutzt, jedoch ohne gemeinsamen Rahmen oder verbindliche Qualitätslogik. Das Vorhaben sollte daher nicht nur funktional umgesetzt, sondern kontrolliert, nachvollziehbar und risikoarm realisiert werden – trotz hoher fachlicher Komplexität und zentraler Systemverantwortung.
Vorgehen
Im Projekt zur Neuentwicklung des Maklerverwaltungsprogramms nutzte das Kundenteam KI zunächst eigenständig als unterstützendes Hilfsmittel. Entwickler setzten sie vor allem für Recherchen, das Verständnis von Dokumentation und das Erstellen einzelner Code Skizzen ein. Diese Nutzung erfolgte individuell und losgelöst vom Projektkontext, ohne einheitliche Struktur, gemeinsame Dokumentation oder nachvollziehbare Entscheidungswege.
Darauf aufbauend führten wir gemeinsam mit dem Kunden einen systematischeren Einsatz von KI in der Softwareentwicklung ein. Zunächst kamen KI gestützte Entwicklungsassistenten direkt in der Entwicklungsumgebung zum Einsatz. Sie unterstützten bei der Analyse und Überarbeitung bestehender Code Strukturen sowie bei der Erweiterung automatisierter Tests. Diese Unterstützung blieb jedoch auf einzelne Dateien beschränkt und konnte fachliche Zusammenhänge und architektonische Abhängigkeiten nur eingeschränkt berücksichtigen.
Um den KI Einsatz belastbar in den Gesamtprozess einzubetten, etablierten wir anschließend ein agentisches Arbeitsmodell mit klar definiertem Rahmen. Jede Bearbeitung startete aus einem gemeinsamen Anforderungskontext, basierend auf abgestimmten Fach und technischen Konzepten. Der KI Agent analysierte zusammenhängende Code Bereiche, prüfte Abhängigkeiten und arbeitete Aufgaben in klar abgegrenzten Schritten ab.
Ergänzend etablierten wir mit Interlink einen einheitlichen Arbeitsrahmen für alle Projektrollen. Harness, ein Werkzeug zur strukturierten Steuerung der KI gestützten Arbeitsschritte, gliederte die Zusammenarbeit in kurze, klar abgegrenzte und überprüfbare Arbeitseinheiten. Über angebundene Systeme standen Anforderungen, fachliche Dokumentation, Architekturinformationen und Qualitätsregeln kontextbezogen zur Verfügung. Fachliche, architektonische und qualitätsrelevante Entscheidungen wurden an definierten Punkten verbindlich durch Menschen geprüft und freigegeben. Ein zentrales Beobachtungs und Übersichtsformat sorgte für Transparenz über laufende Aufgaben, Rollen und Entscheidungsstände.
Ergebnis
Durch den etablierten agentischen Arbeitsrahmen konnte der Kunde die Modernisierung seines zentralen Maklerverwaltungsprogramms deutlich besser steuern und absichern. Der KI Einsatz war nicht länger von einzelnen Personen oder situativen Entscheidungen abhängig, sondern folgte einem einheitlichen, nachvollziehbaren Vorgehen. Fachliche Anforderungen, technische Architektur und Qualitätskriterien wurden frühzeitig zusammengeführt und kontinuierlich berücksichtigt. Dadurch ließen sich Risiken früher erkennen und Entscheidungen fundierter treffen.
Für das Projekt bedeutete dies eine stabilere Umsetzung auch bei hoher fachlicher Komplexität und vielen beteiligten Rollen. Arbeitsstände, Entscheidungen und Prüfpunkte waren transparent dokumentiert und für alle Beteiligten nachvollziehbar. Menschliche Reviews wurden gezielt dort eingesetzt, wo fachliche, architektonische oder qualitätsrelevante Verantwortung erforderlich war.
Im Arbeitsalltag führte der neue Rahmen zu einer klareren Zusammenarbeit zwischen Fachseite, Entwicklung und Qualitätssicherung. Rückfragen und spätere Korrekturschleifen reduzierten sich, da Kontext und Erwartungen bereits während der Umsetzung abgestimmt waren. Die KI wurde damit zu einem verlässlichen Bestandteil des Entwicklungsprozesses – kontrolliert eingebettet, nachvollziehbar einsetzbar und auf die langfristige Stabilität des Kernsystems ausgerichtet.
TECHNOLOGIEN & METHODEN
- Agentic Development
- Human in the Loop
- MCP Server
- Code und Dokumentations Indexer
- Harness
- Interlink
- Azure DevOps
- Outline
- SonarQube
- Enterprise Architect
- Figma
- Playwright