Sind alle Services gleich?

Wenngleich man bei einem normierten BiPRO-Webservice immer an „Stecker gleich Steckdose“ denken mag, trifft dieser Spruch meistens nicht vollständig auf diese zu. Nicht jeder Service, der auf BiPRO-Normen basiert, ist gleich und schon gar nicht 100% BiPRO. Somit bleibt die Anbindung für Consumer oft komplex. Die Gründe für diese uneinheitlichen Eigenschaften und das richtige Vorgehen bei aufkommenden Spezialfällen im Projekt beschreibt Sarah Hesse in der aktuellen Folge der BiPRO-Erklärreihe.

Die aktuelle Folge finden Sie hier: www.youtube.com

 

Drei Gründe, warum „Stecker gleich Steckdose“ nicht für BiPRO-Services gilt

  1. Interpretationsspielraum: Obwohl die Ausschüsse, Digitalisierungsoffensiven und Fachgruppen versuchen, Interpretationsspielräume bei Normen und Datenmodellen zu vermeiden, gibt es diese u. a. aufgrund der hohen Komplexität. Dies führt nicht selten dazu, dass in BiPRO-Projekten eines Versicherers nach der eigenen, etwas abweichenden Interpretation gearbeitet wird. Mit dem kommenden Release 2.9 möchte der BiPRO e. V. diesen Interpretationsspielräumen entgegenwirken.
  2. Übereinstimmungs-Probleme: Die bestehenden internen Systeme und Prozesse passen nicht zu den BiPRO-Vorgaben und die Entwicklung streng nach BiPRO würde erheblich mehr Aufwand erzeugen, als kleine Abänderungen und Abweichungen von Normen und Datenmodellen vorzunehmen.
  3. Komplexität des Marktes: Die Produktentwickler sind kreativ und der Markt entwickelt sich manchmal schneller als das jeweilige BiPRO-Datenmodell. Somit werden Neuerungen, die es am Markt bereits gibt, häufig noch nicht in Datenmodellen abgebildet. Um das eigene Produkt trotzdem für die Consumer verfügbar machen zu können, muss sich ein Versicherer „eigene Wege“ im Datenmodell überlegen.

VU-spezifische Erweiterungen

Wenn man im BiPRO-Projekt mal ratlos ist und nicht weiterweiß, muss man nicht den Kopf hängen lassen.
Seitens der BiPRO dürfen bestehende Datenmodelle nämlich an gewissen Stellen erweitert werden, um Sonderkonstellationen darin abzubilden. Dieser Mechanismus ist die VU-spezifische Erweiterung. So wird stets normkonform, aber eben nicht mehr zu 100% innerhalb des BiPRO-Datenmodells gearbeitet.

Probleme für die Consumer

Durch die Unterschiede zwischen den BiPRO-Services entstehen auf der Consumer-Seite höhere Aufwände und gelegentlich Probleme bei der Anbindung von Services. Im Bereich TAA handelt es sich häufig um eher kleine Probleme, während Abweichungen bei Bestandsdatensystemen für größere Probleme sorgen können.

Erweiterungen vermeiden

Grundsätzlich empfiehlt Sarah Hesse, Erweiterungen zu vermeiden und möglichst streng nach BiPRO zu arbeiten. Sofern sich Fragestellungen auftun, sollten diese an die Geschäftsstelle des BiPRO e. V. gerichtet werden. Hier erhalten die Projekte Hinweise dazu, wie das Thema ggf. bei anderen Versicherern gelöst wurde. Außerdem hilft dies den Ausschüssen ebenfalls bei der Entwicklung von Datenmodellen passend zum Marktgeschehen. Darüber hinaus ist ein Austausch mit den Consumern über gängige Erweiterungen, die wenig Probleme bei der Anbindung bereiten, sinnvoll.

 

Bei weiteren Fragen zum Thema BiPRO ist Sarah Hesse unter sarah.hesse@brockhaus-ag.de für Sie erreichbar.

BiPRO-Service ist nicht gleich BiPRO-Service

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